Der Hügel bebte…nicht.

30 Jul

„Du warst noch nie auf dem FEST?!“ Diese ungläubige Frage wurde mir schon des Öfteren gestellt. Schließlich bin ich in der nahen Pfalz aufgewachsen und wohne nun schon seit einem Jahr in Karlsruhe. Das heißt, ich hätte somit rein theoretisch schon fast 10 Mal auf dem FEST sein können. Alle Argumente, die ich daraufhin ins Feld führte wurden noch ungläubiger zur Kenntnis genommen. Wie ich denn zu der Zeit in Urlaub fahren könnte? Und welche Bands spielten sei doch völlig egal, die Stimmung sei doch eh immer legendär. Außerdem könne man bei einem Eintrittspreis von 5 € nun wirklich nichts falsch machen.

Als ich beim Stadtmarketing anfing, erhielt ich neben diesen bekannten Argumenten zusätzliche Insider-Infos. Hier wusste man zum Beispiel aus Interviews mit den Musikern, dass sogar die Bands auf DAS FEST hin fieberten und der Mount Klotz in der Szene schon fast Kultstatus hat. Den Berg zum Hüpfen und Beben zu bekommen, gilt fast als eine Art Ritterschlag. Das überzeugte. Ich besorgte mir rechtzeitig Karten für freitags und samstags. Leider kam mir ein wichtiger Termin dazwischen, sodass ich meine Karten für Samstag an Kollegen verkaufen musste.

Der große Tag war da: mein erstes Mal auf dem FEST! Das Wetter war so naja, aber immerhin regnete es nicht. Eine Freundin, die extra für diesen Tag von weit, weit weg angereist war und ich betraten die Anlage. Wir wollten mittendrin statt nur dabei sein und ergatterten uns gleich Mal einen Platz auf dem Mount Klotz. Die Donots betraten die Bühne. Ich bin ehrlich, ich hatte zuvor noch nie etwas von ihnen gehört. Aber dafür, dass es noch recht früh und hell war, lieferten sie eine richtig gute Show und sie gaben sich große Mühe, dem Publikum einzuheizen. Die kleinen Comedy-Einlagen und das 1&1-Bashing zwischendurch sorgten außerdem für gute Stimmung. Bei dem ein oder anderen Lied brachten sie sogar den Hügel zum, naja sagen wir mal mitwippen. Für hüpfen war‘s einfach noch zu früh. Aber das machte ja auch nichts.
Maximo Park würde die Klotze ja gleich so richtig zum Rocken bringen. Pustekuchen. Der Hügel stand still. Nicht, dass die Musik schlecht gewesen wäre. Sie war nur einfach ungeeignet für ein Festival. Ein klarer eingängiger Beat hätte da geholfen. Oder Refrains, die so simpel sind, dass man sie nach dem zweiten Mal mitsingen kann. Oder wenn der Frontsänger wenigstens ein einziges Mal das Publikum zum Klatschen animiert hätte. Einmal kündigte er den nächsten Song an und erklärte, der Refrain sei so einfach, den könnten wir alle mitsingen. Dumm war nur, dass das Lied so kompliziert war, dass niemand den Refrain als solchen erkannte und somit das Publikum stumm blieb. Obwohl, das stimmt so nicht. Meine Freundin meinte, sie hätte noch nie ein Festival erlebt, auf dem sich die Menschen so viel unterhalten hätten. Allgemeine Missstimmung machte sich bei meinen Hügel-Nachbarn breit. Auch wir langweilten uns und stiegen deshalb den Mount Klotz herab und machten uns außerhalb der Klotze noch einen schönen Abend.

Mein Fazit:
Hat es sich gelohnt? War es legendär? Bebte der Hügel? Nein.
Werde ich nächstes Jahr wieder hingehen? Na klar doch!
Den Mythos „FEST“ gäbe es nicht, wenn die Stimmung immer so mäßig wie an diesem Freitag gewesen wäre. Ich hatte wohl einfach Pech, vor allem mit dem Line-Up. Nächstes Jahr gehe ich unbedingt auch mal samstags aufs FEST. Und dann will ich den Hügel beben sehen! (fp)

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Eine Antwort to “Der Hügel bebte…nicht.”

  1. Dennis Fischer 24. August 2012 um 11:39 #

    Wo warst du, als Deichkind das Fass reingerollt hat???
    Klarer Fall von zur falschen Zeit am richtigen Ort.

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