Archiv | September, 2012

7×7=Slam

20 Sep

Karlsruhe ist Deutschlands Slam-Hauptstadt!

 Ja, ja, ich weiß was ihr jetzt denkt: „Die vom Stadtmarketing behaupten doch ständig, wir in Karlsruhe seien in irgendwas am besten oder besonders toll. Aber das ist doch alles nur Marketing-Blabla und stimmt eigentlich gar nicht.“

Ersteres kann ich bestätigen. Erst vor ein paar Tagen habe ich via Twitter verkündet, Karlsruhe sei Carsharing-Hauptstadt und dass hier im Oktober wieder das größte internationale Maskottchentreffen Deutschlands stattfinden wird, kommunizieren wir auch auf allen Kanälen. Beim zweiten Teil der Behauptung muss ich euch jedoch leider enttäuschen. Selbst wir beim Stadtmarketing haben keine Lizenz zum Rekorde-Ausdenken und Fakten-Schönigen. In Zeiten von Internet, Wikipedia und Co. wäre das auch mehr als dämlich. Wir können nur vermarkten, was schon da ist. Und in oben genanntem Fall sind das eben unzählige Slams.

 Kurze Geschichte des Slams

 Alle heutigen Slam-Formate gehen auf den Urslam, den Poetry Slam, zurück. Erfunden wurde der 1986 von „Slampapi“ Marc Kelly Smith in Chicago, dem traditionelle Gedichtlesungen einfach zu langweilig waren. Die Regeln für Slams jeglicher Art, gehen ebenfalls auf Smith zurück:

  • Es muss ein eigenes Werk vorgetragen werden
  • Performance statt reine Lesung
  • Requisiten und Hilfsmittel sind nicht erlaubt
  • Jeder Slammer hat ein Zeitlimit
  • Die Slammer treten gegeneinander an
  • Das Publikum bestimmt den Sieger

Der Poetry Slam eroberte die Welt und nach und nach entwickelten sich auch viele nichtliterarische Formate, die mehr oder weniger nach denselben Grundregeln ablaufen.

 Von Science bis Geschäftsidee

 In Karlsruhe scheint die Kreativität in der Entwicklung neuer Formate besonders groß zu sein. Neben Gedichten werden hier auch wissenschaftliche Erkenntnisse, Kurzprosa und sogar Geschäftsideen geslammt. Geschäftsideen? Ja, genau. Erst gestern fand im Tollhaus der Slam 7×7 statt. Dabei hatten sieben Karlsruher Kreative sieben Minuten Zeit, sich und ihr Unternehmen zu präsentieren, per Rede, Unplugged-Konzert, Video-Collage oder kleiner Show. Der Kreativität waren naturgemäß keine Grenzen gesetzt. Hier traf der Game-Designer auf den Regisseur und der Zauberer auf den Musikkabarettist. Die Rolle des Moderators/Juryvorsitzenden hatte übrigens das Karlsruher Allroundtalent Martin Wacker inne. Wer nach diesem Abend noch Zweifel hatte, dass die Karlsruher Kreativszene mit den großen mithalten kann, muss sich wohl den Großteil des Abends an der Tollhaus-Bar aufgehalten haben (ich weiß, schon wieder so ein Marketingspruch, aber is doch wahr). Nach diesem Slam der besonderen Art, hab ich einfach mal die Begriffe „Slam“ und „Karlsruhe“ gegoogelt. Hier nur eine kleine Auswahl demnächst stattfindender Slams:

So viele Treffer hätte ich nun wirklich nicht erwartet! Das ist doch eine unglaublich hohe Slamdichte, die wir da in Karlsruhe haben. Damit müssen wir einfach Deutschlands Slam-Hauptstadt sein! Meine kleine Stichprobe ist natürlich kein wissenschaftlicher Beweis, aber ich bin mir schon ziemlich sicher, dass eine systematische Auszählung aller in Deutschland stattfindender Slams zu genau diesem Ergebnis kommen würde. Und für den Fall, dass doch nicht, bedienen wir einfach ein paar Marketing-Clichées und wenden Trick 17 („Mach es so wie Duplo“) an: Karlsruhe ist die Stadt, mit der wahrscheinlich höchsten Slam-Dichte Deutschlands!

^fp

Unverhofft kommt oft

19 Sep

Welche Frau ist nicht gerne mit einer sympathischen und anschmiegsamen Begleitung auf einem Open-Air-Festival? Blauer Himmel, Sonnenschein und Musik liegt in der Luft. Wippende Hüften, klatschende Hände und alle singen: „Ohne dich schlaf´ ich heut´ Nacht nicht ein, ohne dich kann ich heut´ Nacht nicht sein….alles was ich will bist du“. Ja genau, willkommen auf dem SWR 4 Fest im Karlsruher Schlosspark.

Am Sonntag war ich auf dem größten Schlager-Open-Air Baden-Württembergs. Mein Date für das Fest: Kombi Karle. Nach den ersten Minuten vor Ort war klar, ich werde mein Date teilen müssen und zwar nicht nur mit Kindern. Wahrlich eine Herausforderung als „Kombi Karle“-Bodyguard mit Kamera in der Hand, denn der fröhliche Ansturm nahm kein Ende.

Alle, vom Baby bis zur Oma waren gekommen, um Schlagerstars wie Peter Kraus, Claudia Jung und Nik P. zu sehen – nicht gerade mein Musikgeschmack. Die Band Höhner freute sich über die tolle Atmosphäre und optimales Konzertwetter. Ich staunte nicht schlecht wie viele Lieder ich doch kannte. Es wurde geschunkelt, gelacht, gehüpft und entspannt.

Gegen 16 Uhr standen wir mitten in den Zuschauern vor der Hauptbühne. Kombi Karle tanzte mit einem kleinen Mädchen und ihr Bruder versuchte ein Foto davon zu machen. Rings herum lagen die Leute gechillt auf der Wiese, einige tanzten, die anderen saßen auf Bierbänken und hielten ihr Gesicht der Sonne entgegen. Über 30.000 Menschen waren gekommen, aber von Gedrängel und Hektik keine Spur. Die Münchner Freiheit sang gerade in ihre Mikros: „Das große Ziel war viel zu weit, für uns’re Träume zu wenig Zeit…“, und alle im Chor: „…versuchen wir es wieder, solang‘ man Träume noch leben kann.“

Plötzlich war ich wieder fünf Jahre alt und im Kindergarten, wo ich dieses Lied immer voller Inbrunst mitgesungen habe, ohne es richtig zu verstehen. Damals hätte ich sicherlich auch gerne mit dem Kombi Karle getanzt, aber zum Glück ist man für manche Dinge nie zu alt. (dm)

Wein und Wandern ist wunderbar!

12 Sep

Der Berg ruft! In diesem Fall waren es wohl eher die Weinberge rund um den Kaiserstuhl bei Freiburg im Breisgau, die uns riefen. Der diesjährige Betriebsausflug vom Stadtmarketing führte uns direkt ins beschauliche Weinörtchen Vogtsburg-Burkheim. Schon während der letzten Kilometer bewunderte ich die grünen Weinberge. Ja genau „Berge“, die großen Hügel, von denen wir in Karlsruhe genau einen haben: den Turmberg.

Nach einem Sektempfang mussten sich mittels MAOAM-Verlosung drei Gruppen finden, die via GPS-Geräte vier Weinprobe-Stationen aufspüren sollten. Gesagt getan, sollte man meinen. Aber bei einer internen Gruppenformierung sind alle wieder spontan im Grundschulmodus: Wichtige Fragen wie „Welche Farbe hast du?“ oder Ausrufe „Oh toll, wir sind in einer Gruppe“ oder gar „Wollen wir tauschen? Ich will lieber in Gruppe rot als orange“ waren zu klären. Und ganz zufälligerweise waren fast alle Teammitglieder des Kooperationsmarketing in einer Gruppe – das muss Liebe sein! 😉

Ich war in Gruppe „Orange“ mit Simone, Isabella, Hendrike, Angelika, Clas, Aaron und Christoph. Mit drei Männern im Team sollten wir also keine Orientierungsprobleme bekommen. An der dritten Abbiegung stellte sich jedoch heraus, dass Clas ein Querfeldein-Liebhaber war und so marschierten wir alsbald mitten durch die Weinreben. Was sich als sehr praktisch herausstellte, da das gesunde „Fingerfood“ immer zum Greifen nah war. Erstaunlicherweise brachte uns die „Abseits der Wege“ Methode mal als Erste mal als Letzte ans jeweilige Ziel.

Eisgekühlte Weißweinproben sowie kleine Leckereien erwarteten uns an jeder Station und ein stets sehr bemühtes Team von Kaiserstuhl-Events, das uns gut gelaunt versorgte. Für überdurchschnittlich gute Laune sorgte neben dem Wein auch das Wetter. Bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und einer herrlichen Aussicht auf Rhein und Berge war ich sofort in Urlaubsstimmung.In den Weinbergen mit Blick auf en Rhein

Zufrieden und müde bestiegen gegen 17 Uhr alle wieder den Bus zurück nach Karlsruhe. Während um mich herum alle eindösten, war ich ein wenig wehmütig. Das Fernweh hatte mich gepackt. Daher habe ich mir vorgenommen, bald mal wieder den Turmberg zu besteigen. (dm)