Die Premiere

30 Nov

Ich gestehe, ich war ziemlich nervös und aufgeregt. Vielleicht sogar aufgeregter als unser Geschäftsführer Norbert Käthler und das obwohl er auf der 4. Social Media Night Karlsruhe einen Vortrag über unsere Social Media Aktivitäten halten sollte und nicht ich. Dieser Vortrag ist die erste Gelegenheit, unsere neue Social Media Strategie einem breiten Publikum vorzustellen. Bisher hatten wir (soweit das im Social Web überhaupt möglich ist) im „Verborgenen“ vor uns hingearbeitet. Doch nun war der richtige Zeitpunkt gekommen, hinter dem Vorhang hervorzukommen und Farbe zu bekennen. Doch wie würden die Social Media Experten Karlsruhes und der Region auf unsere Strategie reagieren? Wie würde unser Mission Statement ankommen? Würden sie uns belächeln oder anerkennend auf die Schulter klopfen?

IMG_9781Die Grundvoraussetzungen des Abends waren suboptimal. Nach einem interessanten Vortrag von Markus Besch von der IT Advantage AG über die Möglichkeiten, im Social Web Geld zu verdienen, kam Richard Gutjahr auf die Bühne. Ja genau, DER Richard Gutjahr, Netzjournalist des Jahres. Nach ihm zu sprechen ist wie… ach, eigentlich würde niemand gerne nach ihm sprechen, wenn es sich vermeiden lässt. Der Mann ist lässig, vortragserprobt und sagt solche Sachen wie „Fernsehen ist wie YouTube, nur kaputt“ oder „Ich will kein schickes fucking Studio“. Außerdem tänzelt er vergnügt vor sich hin, wenn ein Video von ihm läuft und betreib fleißig Bahn-Bashing.

IMG_9788Dann kam unser Chef.

Offen und ehrlich bekannte er gleich zu Beginn, dass er weder auf Facebook, noch auf Twitter oder irgendeinem anderen sozialen Netzwerke aktiv ist.

Die Reaktion folgte prompt:

Tweet Frederik Proß

Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen:Tweet KarlsruheTweets_starkes Team

Das Social Web stellt das klassische Marketing und insbesondere das Stadtmarketing vor große Herausforderungen, bietet aber auch neue Chancen. An dieser Stelle empfehle ich ein kurzes Video-Statement von Norbert Käthler. Diese Herausforderungen und Chancen haben wir bereits frühzeitig erkannt. Als eines der ersten Stadtmarketings hatten wir bereits 2010 eine Facebook Seite, waren auf Twitter und YouTube aktiv. Doch im März diesen Jahres entschieden wir uns dazu, eine komplett neue Social Media Strategie zu entwickeln und umzusetzen. Zur Unterstützung haben wir uns Frank Tentler als externen Berater mit an Bord geholt.

Wie sind wir vorgegangen?

Folie Strategie als BildWichtiger Bestandteil unserer Strategie ist das Mission Statement, das unsere Ziele im Social Web definiert und erläutert, wie wir sie erreichen wollen (siehe dazu auch den Blogbeitrag von ^dm). Die Marke als Freund, die Reputation als Erfolg. Das ist unser Credo.

Zur Umsetzung unserer Strategie war es notwendig, unsere Kommunikation zu personalisieren, denn wer unterhält sich schon gerne mit einem anonymen Social Media Team. Deshalb haben wir auch unseren StadtmarkeTeam-Blog gestartet, auf dem wir – frei und individuell – Einblick in unsere Arbeit geben und den Kürzeln hinter den Tweets und Posts ein Gesicht geben.

Ist unsere Strategie erfolgreich? Haben wir uns für den richtigen Weg entschieden?

kredDie Zahlen sagen: ja. Unsere Fan-, Follower- und Klickzahlen sind stark gestiegen. Doch wie lassen sich Reputation und Interaktion messen? Wir setzen auf das transparente Kred, das praktischer- und sinnvollerweise zwischen Influence und Outreach unterscheidet. Hier erzielen wir mit 688/6 einen sehr guten Wert, vor allem wenn man ihn mit dem Stadtmarketing des etwa gleich großen Mannheim (613/4) und dem wesentlich größeren Hamburg (769/5) vergleicht. Außerdem zeigt ein Blick auf die gesendeten und empfangenen Replies, dass bei uns Interaktion und Dialog an der Tagesordnung sind, während die Konkurrenz überwiegend Einbahnstraßenkommunikation betreibt. Doch wir ruhen uns auf den Zahlen natürlich nicht aus. Wir sind noch lange nicht am Ziel.

Belächelt oder beglückwünscht?

Das Feedback (per Twitterwall und persönlich im Anschluss) war zweigeteilt. Zum einen erhielten wir viele positiveRückmeldungen, wie die von @kontermannTweet Ruth Konter-Mannweil

Andererseits hätte das Publikum aber auch gerne mehr Insider Infos aus der Praxis und der täglichen Arbeit mit Social Media bekommen:Tweet MBesch

Doch wir standen ja im Anschluss für Fragen und Diskussionen zur Verfügung:Tweet KarlsruheTweets_Infos erster Hand

Mein persönliches Fazit des Abends:

Meine schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten: Wir wurden nicht ausgelacht, ausgebuht oder mit Thai-Suppe beworfen. Im Gegenteil: Herr Käthler konnte mit seinem Vortrag zeigen, dass Stadtmarketing Karlsruhe und Social Web zusammen gehören und dass wir ganz vorne mitspielen wollen. Und das auch Können.
^fp

Hier findet ihr alle Folien der Präsentation: http://www.slideshare.net/slideshow/embed_code/15426445

Alle Tweets zur 4. Social Media Night zum Nachlesen unter #smcka

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5 Antworten to “Die Premiere”

  1. Michael M. Roth 30. November 2012 um 20:21 #

    Liebe Franziska,

    Dein Feedback zur 4. SOMENIKA hat mir sehr gut gefallen.
    Einerseits wegen des Stils: offen und selbstkritisch. Zum zweiten schmeißt Du hier ja quasi mit den Medien und Channels nur so um Dich. Da werden Fotos eingebunden, Tweets zitiert und auf die Präsentation von Norbert Käthler auf Slideshare verwiesen. Das ist Social Media in der Praxis, Klasse!

    Als Chapter Leader des Social Media Club Karlsruhe möchte ich mich, auch im Namen des ganzen SMCKA-Teams, nochmal herzlich für Euren Beitrag und die Unterstützung der 4. Social Media Night Karlsruhe bedanken!

    Herzliche Grüße
    von Micha

  2. Frederik P. 1. Dezember 2012 um 09:37 #

    Da ja mein Tweet oben dargestellt wurde und Ich schon zu hören bekam, ich sei immer so „kritisch“ möchte ich etwas ausführen was hinter dem Tweet steckt.
    Ich verfolge, zumindest am Rande, Eure Aktivitäten schon seit einer Weile. Man bekommt es ja immer wieder mal mit, liest Posts oder Tweets von euch. Ich weiß also dass ihr recht gute Arbeit leistet. Auf den Vortrag war ich mehr oder weniger gespannt, da solche „Vorstellungen“ selten etwas Neues oder Überraschungen bereit halten, trotzdem ist es schön einen Einblick in die Arbeits- und Vorgehensweisen anderer zu bekommen.
    Dann stelle sich Herr Käthler ans Pult und gab den o.g. Satz von sich. Dann las er die Präsentation vor die sein Team für ihn erstellt hatte.
    Im Endeffekt ging es mir um das selbe wie nach dem Vortrag @kontermann und @mbesch: Wieso hält der Geschäftsführer diesen Vortrag, wenn doch eine/r aus dem Team viel besser darüber referieren könnte, viel tiefer in der Materie ist!? Zum Social Media Club kommen Profis in dem Bereich, und Leute die Kontakt zu Profis suchen. Also muss hier kein kommunales Geschäftsgebahren betrieben werden wie vielleicht bei irgendwelchen anderen Kongressen oder Ratssitzungen. Hier muss der Geschäftsführer nicht repräsentieren. Das hätte er am Anfang mit einem Grußwort tun können (Würde Ich ihm als Sponsor zugestehen). Aber so hat es der Präsentation sogar eher geschadet, da die Glaubwürdigkeit extrem leidet wenn jemand über etwas referiert von dem er zugibt dass er sich gar nicht damit auseinandersetzen will..

    Der Kommentar ist nun lang genug geworden und ich denke zu diesem Punkt habe ich jetzt alles gesagt. Den Rest machen wir dann ein andermal 😀
    Ich möchte nochmal betonen dass ich in keinster weise trollen wollte und will! 🙂

    P.S.: Tweets kann man auch direkt einbinden, und muss keine Screenshots machen 😉 http://en.support.wordpress.com/twitter/twitter-embeds/

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende!

    • Michael M. Roth 1. Dezember 2012 um 12:09 #

      Lieber Frederik,
      liebe Leser,

      Du unterscheidest Dich ja schon dadurch von den Trollen, dass Du Dir die Zeit genommen hast, hier einen längeren, differenzierten Kommentar zu schreiben, der freilich in einem Tweet keinen Platz gefunden hätte.

      Dein Feedback ist sicher hilfreich sowohl für das Stadtmarketing Karlsruhe als auch für uns Organisatoren vom Social Media Club Karlsruhe.

      Das mit der Glaubwürdigkeit sehe ich nicht ganz so wie Du. Hätte sich Norbert Käthler vorne hingestellt und dem Publikum erzählt, dass alles auf seinem Mist gewachsen wäre bei gleichzeitiger Verwendung von Social-Media-Vokabular ohne tieferes Verständnis dafür, *das* wäre in meinen Augen unglaubwürdig gewesen. So hat er aber etwas getan, was ich als sehr mutig und menschlich empfinde: Er hat eingeräumt, selbst die sozialen Medien (fast) nicht zu nutzen. Das entspricht nicht dem 100% von sich überzeugten und Hurra schreienden Marketing-Menschen, den es in den Köpfen vieler Leute wohl geben sollte. Gleichwohl steht Norbert Käthler zu Social Media, zu einer modernen Kommunikation im Social Web. Letzten Endes hat er die Social-Media-Aktivitäten in seinem Unternehmen ja auch ermöglicht und gefördert.

      Du, lieber Frederik, sagst selbst, dass Social-Media-Profis zu den SOMENIKAs (Social Media Nights Karlsruhe) kommen und Menschen, die von den Profis lernen wollen. – Gefällt mir sehr gut, diese Formulierung. Aus meiner Sicht konnte man durch den Vortrag von Norbert Käthler lernen, dass Social Media noch nicht bei allen Generationen angekommen ist. Social Media ist in sich selbst noch nicht so schlüssig, immer einfach zu bedienen oder gar widerspruchsfrei, gerade was datenschutzrechtliche Aspekte angeht. Ich kenne durchaus auch junge Menschen, die nicht oder nicht mehr bei Facebook sind. Bei all dieser bereits Social Media immanenten Widersprüchlichkeit oder Inhomogenität können wir erst recht nicht von älteren Jahrgängen erwarten, dass sie hier gleichfalls „Hurra“ rufen, wie der überwiegende jüngerer Generationen. ABER: Norbert Käthler hat zweifelsohne eine Offenheit und Lernbereitschaft dafür. Was nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass er sich spätestens morgen selbst bei Facebook anmelden sollte 😉

      Die Idee mit dem Grußwort (von „offiziellerer“ Seite) hat mir gut gefallen. Auch dass das operative Social-Media-Team sich das nächste Mal selbst (stärker) zu Wort meldet, befürworte ich gerne!

      Ebenso allen ein schönes Wochenende!
      Micha

  3. Oliver Koch 3. Dezember 2012 um 09:59 #

    Als Moderator des Abends war ich sehr dicht dran am Geschehen der 4. Social Media Night, und ich möchte an dieser Stelle einige Dinge sagen:

    Zunächst herzlichen Dank dafür, dass ihr gekommen seid und uns als „erstes Publikum“ für die Vorstellung eurer Social-Media-Strategie genutzt habt.

    Euer Vortrag hat sehr viele Leute interessiert – was man daran sah, dass im Anschluss der Expertentisch des Stadtmarketings umringt war von interessierten Zuhörern.
    Von daher seid ihr sehr gut angekommen – denn ja: ihr müsst euch nicht verstecken.
    Euer Vortrag hat sehr viele Leute interessiert – was man daran sah, dass im Anschluss der Expertentisch des Stadtmarketings umringt war von interessierten Zuhörern.

    Ich selbst hätte gerne Fragen vor dem Plenum gestellt, aber ich wurde eindringlich auf die Uhr verwiesen, was ich entschuldigen möchte, aber wir waren wirklich dieses Mal erheblich über Zeit. Denn eine sehr wichtige Frage wäre für mich gewesen, wie sich gerade Social-Media-Aktivitäten in eine Stadtverwaltung einfügen, wie sie funktionieren – hier entstehen die Inhalte ja nicht im luftleeren Raum, hier dürfte der Abstimmungsprozess von entscheidender Bedeutung sein.

    Es ist richtig: Es hat Fragen ungestellte und damit auch unbeantwortete Fragen gegeben an diesem Abend – was aber bei einer Thematik dieses Umfangs und der Zeit ganz normal ist und letztlich auch zeigt, auf welch großes Interesse eure Arbeit stößt.

    Auch die Tweets, dass man gerne das Team vorne gesehen hätte, ist ein Beweis dafür. Der Ruf danach ist übrigens für uns bislang einmalig. Normalerweise gibt sich das Publikum mit einem Redner vorn zufrieden. Dass man diesmal gerne das ganze Team vorn gesehen hätte, zeigt die Relevanz, die die Zuhörer euch beimessen.

    Dann finde es sehr gut, dass ihr euch hier im Blog so offen mit eurem Auftritt und Erscheinen auseinandersetzt und auch auf Tweets eingeht, die es während des Abends gab.
    Grundsätzlich: Es gibt eigentlich immer den ein oder anderen kritischen Tweet auf der Twitter-Wall. Und es ist richtig von euch, dass ihr auch auf die positiven Tweets verweist, denn wie gesagt: Eure Arbeit stieß und stößt auf großes Interesse, eure Kanäle werden interessiert gelesen – ihr als “Sprachrohr der Stadt” habt eine Aufgabe, die Relevanz hat in der Stadt.
    Hier den Dialog zu suchen wie auf der Somenika war und ist völlig richtig, zumal der Dialog offenbar auch nicht endet – gut so.

    Mir gefällt eure Offenheit, über eure Sorgen vor und während der Veranstaltung zu schreiben, das ist für mich authentisch und ehrlich – deutliche Pluspunkte.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, euch noch einmal bei einer Social Media Night begrüßen zu können, dann mit einem spezielleren Thema wie z.B. dem Stadtgeburtstag oder ähnlichen Themen.

    Vielen Dank, dass ihr da ward, es hat sich in jedem Fall gelohnt.

Trackbacks/Pingbacks

  1. “Das Mission Statement hängt im Office und ist von allen mit Blut unterschrieben” | stattmarketing - 30. November 2012

    […] Chef lauschten, der über Social Media und Stadtmarketing sprach. Meine Kollegin Franziska hat im Stadtmarketeam-Blog das Wesentliche des Abends fest gehalten. Ihrem Beitrag gibt es “im Prinzip” nichts […]

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