Viel reden um nichts?

15 Jan

Karlsruher Strategien für eine wirksame Wissenschaftskommunikation

Anfang Dezember in Dresden – Glühwein und Bratwurst auf dem Striezelmarkt, Dresdener Stollen, die Frauenkirche, Semperoper, … Es spricht viel für einen Ausflug in die sächsische Landeshauptstadt, gerade in der Weihnachtszeit. Doch für mich gibt es diesen Winter noch einen weiteren guten Grund – das 5. Forum Wissenschaftskommunikation. Ich freue mich auf nette Menschen, spannende Vorträge und Diskussionen.

Am erstedresden_franzi3n Tag geht es um kurz vor zwei los zum Tagungsort zur Messe Dresden. Bereits in der S-Bahn treffe ich einige bekannte Gesichter und es herrscht allgemeine Unsicherheit an welcher Haltestelle wir aussteigen müssen. Ich schließe mich der Mehrheit an doch wieder einmal zeigt sich, dass die Masse nicht immer automatisch Recht hat. Etwa 30 verwirrte Wissenschaftskommunikatoren stehen planlos auf dem Messegelände und können sich für keine Richtung entscheiden – so viel zum Thema „Wissen“…

Einen kurzen Anruf später setzt sich die Gruppe in Bewegung und die richtige Messehalle wurde dann doch rechtzeitig gefunden. Anmeldung, ein schneller Kaffee, ein, zwei kurze „Hallo! Schön Sie auch hier zu sehen“ und dann geht es auch schon los. dresden_franz1

Nach zwei kurzen Begrüßungsansprachen folgt ein sehr unterhaltsamer Einstiegsvortrag. Überaschenderweise nicht unbedingt das was ich erwartet hatte: Es geht um Rätsel, Kriminalfälle und ein mittelalterliches christliches Gemälde mit einer hyperrealistischen Darstellung der Leiche Jesus im Vergleich zu echten Leichenbildern. Neben dem ungewöhnlichen Inhalt war die Hauptthese des Vortrags aus kommunikativer Sicht: als Wissenschaftler sollte man man selbst sein („es ist ok, dass man kein Fußball spielen, kein Auto fahren und keinen Helikopter fliegen kann“) und auf sein Publikum hören.

Es folgen weitere Einführungsvorträge zu den diesjährigen drei Themengebieten:

  • Strategie und Marketing in der Wissenschaftskommunikation
  • Digital oder Analog? – Neue Formate in der Wissenschaftskommunikation
  • Vernetzungen und Kooperationen in der Wissenschaftskommunikation

und schon ist der erste Tagungstag auch vorbei. Ich könnte jetzt zu jedem Vortrag die wichtigsten Thesen und Erkenntnisse darlegen, aber bei x Vorträgen, Diskussionen, Workshops und den Gesprächen in der Kaffeepause würde eine Zusammenfassung hier definitiv den Rahmen sprengen. So viel sei jedoch gesagt, die Programmkoordinatoren haben ihr bestes gegeben, um die Themenfelder der Tagung möglichst breit abzudecken. Inhaltlich waren die drei Tage auf jeden Fall sehr informativ und es war interessant zu sehen wie andere Städte und Einrichtungen im Bereich Wissenschaftskommunikation arbeiten.dresden_franzi2

Neben dem ganzen Input und den Anregungen, ist das Wichtigste einer solchen Tagung auch das Netzwerken. Eine Erfahrung, die ich aus den letzten Berufsjahren und von vergangenen Tagungen mitgenommen habe: ungezwungener Smalltalk auf beruflicher und auch privater Ebene ist immer einfacher mit einer Tasse Kaffee, einem Glas Wein oder Sekt in der Hand!

Die Abendveranstaltungen sind die eigentlichen Places to be bei solchen Tagungen. Man entspannt sich, stößt an, tauscht sich über die anregenden oder auch nicht so anregenden Vorträge des Tages aus und schon entwickelt sich ein nettes Gespräch und ein neuer Kontakt ist geknüpft. Besonders gut ist es auch, wenn man die Gruppe ausmacht, die nach der Abendveranstaltung noch zusammen die Stadt erkunden geht. So kann man eventuell zusätzlich zu den Tagungsinhalten noch in den Genuss einer nächtlichen, privaten Stadtführung kommen, die örtliche Kneipenkultur kennenlernen und die neuen Kontakte über die Smalltalk-Ebene hinaus weiter festigen.

Nach drei sehr vollgepackten Tagen und zwei anregenden Abenden kann ich sagen, die 6-Stunden-Zugfahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es wurde viel geredet, aber definitiv nicht um nichts! ^fn

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