Scheitern ist schön!

22 Jun

Missgeschick02Ein Plausch mit den Machern der „Show des Scheiterns“ von „Kulturmaßnahmen“

StadtmarkeTeam: Am Stadtgeburtstags-Sonntag den 23. Juni wird der Gartensaal zweimal Schauplatz einer ungewöhnlichen Geschichte, der „Show des Scheiterns“. In unserer castingorientierten und erfolgsverwöhnten Welt, wozu braucht es eine Show des Scheiterns?

Boris Joens: Wir finden es schade, dass dem Scheitern immer noch das Schamhafte
aufgedrückt  wird. Gerade Menschen, die sich aus der Komfortzone herauswagt haben und etwas taten, dessen Ausgang sie nicht vorhersehen konnten. Die sollen sich dann noch schämen? Das geht nicht. Dass Scheitern zum Leben dazugehört, es ist eine Binsenweisheit. Wer will, kann seine Erfolge ja gern preisen, aber viel interessanter finden wir die Geschichten des Scheiterns. Bei einer „Scheitergeschichte“ versucht niemand, etwas zu verkaufen und zu beschönigen. Wer sein Scheitern feiert, feiert den Mut und die
Aufrichtigkeit.
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StadtmarkeTeam: Worauf legen Sie Wert bei der Auswahl Ihrer Gesprächspartner?

Boris Joens: Am schönsten ist es, wenn unsere Gäste – wir nennen sie Referenten – von sich aus schon neugierig sind, sich mit ihrem Scheitern zu beschäftigen. Es ist durchaus eine Art Forschung, die das Publikum in der Show sehr anschaulich präsentiert bekommt und so an sich selbst nachvollziehen kann. Es wäre nicht so günstig, wenn ein Referent dann sagen würde „…und deshalb bin eigentlich gar nicht gescheitert“. Deshalb achten wir im Vorgespräch darauf, dass die Referenten zu ihrem Scheitern stehen und sogar eine Art Stolz darauf entwickeln können.

StadtmarkeTeam: Was zeichnet den „Experten“ aus?

IMG_2952Boris Joens: Wir haben uns zusammen mit den Referenten auf die Show vorbereitet und
einen gewissen Blickwinkel entwickelt. Der Experte hört die Geschichten der Referenten bei der Show zum ersten Mal und kann einen frischen und spontanen Eindruck wiedergeben.
Wir hatten schon verschiedenste Experten: vom polnischen Philosophen, Gastwirt bis zur Pressesprecherin, die bei ihrer Analyse des Scheiterns immer auch mit Ihre beruflichen Erfahrungen heranzogen. Wir freuen uns, dass wir für Karlsruhe den Leiter der Arbeitsstelle
Bertolt Brecht, Jan Knopf gewinnen konnten.

StadtmarkeTeam: Auf was freuen Sie sich bei ihrem Besuch in Karlsruhe am  meisten?

Boris Joens: Auf Maultaschen, Flammkuchen und warme Temperaturen

KM_SDSStadtmarkeTeam: Sie kommen mit der Show viel rum. Was dürfte bei uns anders sein als anderswo?

Boris Joens: Erst einmal ist es ungewöhnlich, dass wir zwei Shows hintereinander machen,
normalerweise machen wir eine Show mit 3 Referenten. Nun haben wir vier Referenten, sie berichten aus der Welt der Gedenkkultur, der Karriereplanung, der Kulturerziehung und der
Erfolgsvermehrung. Wir sind gespannt, ob wir in der „Galerie des Scheiterns“ im Gartensaal die Begeisterung für das Scheitern bei den Karlsruher Zuschauern wecken kann.

StadtmarkeTeam: Nennen Sie uns 5 Stichworte, von denen wir auf eine Ihrer eigenen „Scheitergeschichten“ schließen können

Boris Joens: Zu hoher Anspruch an sich selbst, Unerfahrenheit, Unentschlossenheit,  mangelnder Machtwille, Harmoniebedürfnis.

StadtmarkeTeam: Wir bedanken uns für das Gespräch – toi toi toi, Hals- und Beinbruch, Glück auf, Petri Heil… und was man sonst noch so sagt, um das Scheitern abzuwenden!

^ap

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