Archive | Mai, 2014

Mit der Draisine zur „Goldmedaille“

29 Mai

Jubiläum DraisschuleNicht schlecht staunte ich am 22. Mai beim 50-jährigen Schuljubiläum der Draisschulen im Stadtteil Mühlburg wie elegant und geschmeidig sich zwei Schüler auf einer Draisine durch die Besuchergruppen schlängelten. Dieses Fahrgerät sieht man schließlich nicht alle Tage auf Karlsruhes Straßen und so war ich doch überrascht, wie gut die beiden Schüler mit dem Gefährt umgehen konnten. Da es auch bei unserem Stadtjubiläum im nächsten Jahr beim traditionellen Karlsruher Draisinenrennen ein Wiedersehen mit diesen außergewöhnlichen Flitzern geben wird, wollten wir uns die neusten Testfahrten natürlich nicht entgehen lassen.

Fachmännischen Rat gab Rolf Huber von der Historischen Radsportgruppe: „Es kommt darauf an, dass man seinen Oberkörper auf die Draisine legt und immer den Kontakt mit dem Fahrgerät hält“, weswegen es auch beim Stadtjubiläum genug Zeit geben wird diese Fahrtechnik, die sich doch sehr vom Fahrradfahren unterscheidet, zu trainieren und zu perfektionieren. Dies hat beim Jubiläumsfest der Draisschulen schon sehr gut funktioniert: Stoppuhren wurden gezückt und Bestzeiten unterboten. Für die Fahrversuche wurde jedem Teilnehmer sogar eine kleine „Goldmedaille“ überreicht.

Jubiläum Draisschule1Wenn sich die Sportler genauso gut schlagen, wie die Kinder der Draisschulen, dann stehen uns im nächsten Sommer spannende Rennen bevor. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf die Draisinen im nächsten Jahr wieder in Aktion zu sehen.

(^lb)

„Wir waren dabei!“ – B2RUN 2014

28 Mai

Wir haben der Unwetterwarnung getrotzt. Uns durch Regen und Wind zum Treffpunk „vorm nackten Mann beim KSC Stadion“ gekämpft und ein 6 Kilometer Überholmanöver vollzogen.

UnbenanntHeute, knapp eine Woche nach dem B2RUN 2014, sind die Wunden geleckt, der Muskelkater vergessen und das Vorhaben meiner Kollegin, mit dem Rauchen aufzuhören, umgesetzt. Verdrängt haben wir das etwas fragwürdige Warm-up Programm der Fitness-Tante am Mikrophon durch die leicht übersteuerten Lautsprecherboxen.


(Unser Zieleinlauf beginnt in Minute 1:23)

Fazit: Unser B2RUN StadtmarkeTeam ist vollständig und gut gelaunt ins Ziel gekommen – alle unter 40 Minuten *yeah! Das Lauftraining hat sich vollends ausgezahlt. Dafür haben wir uns auf der riesigen Stadionfläche bei der Suche nach Bananen, Medaillen und alkoholfreiem Weizen verloren und auch nach 20- minütiger Suche nicht wiedergefunden – erst wieder am nächsten Tag im Büro.

(^dm)

9 Erkenntnisse zum Klärwerk

16 Mai

„Ich war noch niemals in – einem Klärwerk“. Zugegeben, New York klingt etwas verheißungsvoller, doch nach der Baustellenführung im Karlsruher Klärwerk vor zwei Wochen, kann ich nun nicht nur singen „Ich war schon mal in einem Klärwerk“, sondern auch – für manche vielleicht überraschend, für mich selbst definitiv – hinzufügen: „Subber wars!“.

Etwas skeptisch war ich zugegebenermaßen schon, als ich mich auf den Weg in das Klärwerk Karlsruhe gemacht habe. „Da stinkst bestimmt“, war im Übrigen nicht nur meine erste Assoziation. In der Pressemitteilung im Vorfeld der Führung hatte ich geschrieben „Zähne putzen, Duschen, Toilettenspülung betätigen, Wäsche waschen, Kochen und Trinken – rund 130 Liter Wasser verbraucht jeder von uns durchschnittlich am Tag. Doch was passiert mit dem Wasser, nachdem es im Abfluss verschwunden ist?“ – und genau das wollte ich nun herausfinden: Was passiert mit dem Wasser?
Der Weg ins Klärwerk führte uns vor die Tore Karlsruhes und zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, im „middle of nowhere“ gelandet zu sein, denn außer Wald nichts gewesen. Auch einen ersten Eindruck, wie groß das Areal ist (Erkenntnis 1: riiieeesseennn groß!) konnte ich mir machen. Hier eine Luftaufnahme:

??????????????????

Überraschende Erkenntnis Nummer 2 bei der Ankunft: Es stinkt – zumindest momentan noch – nicht!
Nach und nach trudelten die weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein – eine Mischung aus Fachexperten (denen die chemischen Prozesse, die in der Führung erklärt wurden, mehr als vertraut waren), Laien (wie ich) und Wiederholungstäter, die ein Klärwerk schon mal von innen gesehen hatten.

Bilder HTC 4254

Mit schickem Kopfschmuck und in modisches gelb gehüllt ging´s dann los.

Die beiden Führer waren richtig toll, das bescheinigte uns auch ein Teilnehmer im Nachgang der Führung: „Ich möchte an dieser Stelle auch die unheimlich stark ausgeprägte Kompetenz der beiden Männer loben, die diese Führung heute durchgeführt haben. Die Begeisterung für ihren Job ist zu spüren und steckt an.“

Bilder HTC 3889

erster Stopp war ein Gruppenraum, hier erwarteten uns ganz viel Infos zum Klärwerk

Und so war es tatsächlich. Mir qualmte nach dem rund 1-stündigen Input und Wörtern wie Ammoniumstickstoff, Nitrifaktion und Schlammflocke zwar der Kopf, doch der Führer verstand es dank seiner rhetorischen Fähigkeiten bestens, alle zu begeistern: vom Laien bis zum Superprofi.

Auch wie das Wasser gereinigt wird, nämlich in einem dreistufigen Prozess (Erkenntnis 3), „mechanische Reinigungsstufe, erste biologische Reinigungsstufe und zweite biologische Reinigungsstufe“ wurde uns erläutert.

 

Bilder HTC 3913neu

Theorie bestanden, nun der praktische Teil: alle dem Führer hinterher.

An insgesamt fünf Baustellen (Erkenntnis 4: Im Klärwerk wird an unterschiedlichsten Ecken gebaut) machten wir Station und wurden über die umfangreichen Baumaßnahmen, die noch bis 2020 dauern (Erkenntnis 5: Die Bauarbeiten im Klärwerk dauern also noch ein Weilchen) informiert.
Wer bei der Theorie gut aufgepasst hatte, konnte nun seine Kenntnisse anwenden: Bei dem Becken handelt es sich um ein Zwischenklärbecken.

 

Wen wir hier beobachten – Mann in schwarz. Was der da macht: Tauchen. Und das nicht just for fun (Klärwerks-Tauchen ist also noch kein neues Trend-Hobby – gut so, finde ich ;-)) sondern berufsmäßig. Er kümmert sich um Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Bilder HTC 4263
Dieses schmucke Gerät sorgt nun in einem zweiten Schritt, dem sogenannten Sandfang dafür, dass sich die Fließgeschwindigkeit des Abwassers so verringert, dass sich alle mineralischen Bestandteile wie Sand und Kies absetzen.

Bilder HTC 3937

Und weiter ging´s –untermauert mit Skizzen wurde erläutert, wo das Geld (Erkenntnis 6: Insgesamt 100 Million Euro sind für die Umbaumaßnahmen angesetzt) investiert wird.

Bilder HTC 3946

 

Zu guter Letzt dann noch die Wendeltreppe hinauf. Hoch oben hatte man nicht nur einen guten Überblick über einen kleinen Teil des Areals, sondern konnte sich aus nächster Nähe einen Eindruck von der so genannten Tropfkörperberieselung machen.

Bilder HTC 3951neu

Dies ist Schritt zwei der biologischen Reinigungsstufe und verstärkt mittels Bakterien (Erkenntnis 7: Bakterien machen das Wasser klar!), sogenannten Nitrifankten, den Reinigungseffekt.  Auch diese Anlage soll im Zuge der Umbaumaßnahmen erneuert werden.

Bilder HTC 3950

Nach rund 3 Stunden – angesetzt waren 1,5 Stunden, auch dies spricht für die Begeisterung unserer beiden Führer für ihren Job – waren wir wieder an unserem Treffpunkt. Erkenntnis 8: Subber wars! Besonders toll fand ich, dass wir neben den 5 Baustellen im Klärwerk auch einen allgemeinen Einblick in die Arbeit des Klärwerks bekommen haben.
Und dass dies die Meinung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer war, zeigte nicht nur der Applaus am Ende der Führung, sondern auch die Mail von Alex, die uns nach der Führung ereilte:

„Die Idee des Stadtmarketings, Baustellenführungen anzubieten ist einfach super. Natürlich ist man von den Baustellen in Karlsruhe genervt: Man kommt nicht weiter, muss Umwege gehen und da gibts ja noch den Lärm. Baustellen sind aber nicht nur schlecht, Baustellen bedeuten auch: Technologie, Bewegung, Fortschritt und Faszination. Man sieht Baustellen wieder in einem anderen Licht und ist wieder auf die faszinierende Wirkung sensibilisiert.“

Erkenntnis 9: Leider das Baustellen-Selfie, dass meine Kollegin ^FP eingeführt hat – siehe hier und hier – vergessen, damn.

 

^clh

Unter Tage

9 Mai

„Franziska, möchtest du mit zur Baustellenführung am Durlacher Tor?“ – ja klar wollte ich! Denn wann hat man mal die Chance, einen U-Bahn Tunnel noch lange vor der ersten U-Bahn zu betreten! Ich fuhr also gestern spontan nach der Arbeit zum Infozentrum K. Unser Baustellenführer Peter Müller („Ich heiße extra so, damit sich auch jeder meinen Namen gut merken kann.“) von der Bauaufsicht war bereits da und gab uns eine kurze Einführung in das Riesenprojekt Kombilösung, gespickt mit ein paar interessanten Fakten und Vergleichen:

Und dann stiefelten wir auch schon los. Am Baufeld Durlacher Tor angekommen hieß es erst mal Bauhelm aufsetzen, Warnweste an und nichts anfassen, was elektrisch sein könnte – safety first eben. Ansonsten durften wir uns erstaunlich frei bewegen, obwohl die Bauarbeiten noch in vollem Gange waren. Und Fotos machen, durften wir natürlich auch 🙂

Ein erster Blick in die Tiefe...oha!

Ein erster Blick in die Tiefe…oha!

Da ist sie nun: die Tunnelöffnung. Hier wird in wenigen Monaten der Tunnelbohrer seine Arbeit aufnehmen.

Da ist sie nun: die Tunnelöffnung. Hier wird in wenigen Monaten der Tunnelbohrer seine Arbeit aufnehmen.

Apropos Tunnelbohrer:

Und wir sollten/wollten da jetzt natürlich auch runter...über diese Treppe...

Und wir sollten/wollten da jetzt natürlich auch runter…über diese Treppe…

Voller Vertrauen in das Können der Ingenieure/Arbeiter, die diese doch recht wackelige Treppe gebaut haben, stiegen wir hinab.

Voller Vertrauen in das Können der Ingenieure/Arbeiter, die diese doch recht wackelige Treppe gebaut haben, stiegen wir hinab.

Um gleich darauf festzustellen, dass orangene Stoffschuhe vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl waren...

Um gleich darauf festzustellen, dass orangene Stoffschuhe vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl waren…

Hier waren wir nun, ca. 30 Meter unter Straßenniveau mit freiem Blick in die zukünftige Haltestelle Durlacher Tor.

Hier waren wir nun, ca. 30 Meter unter Straßenniveau mit freiem Blick in die zukünftige Haltestelle Durlacher Tor.

Die Ausmaße der Halle und des Tunneleingangs sind einfach nur beeindruckend (und können leider auf Bildern nicht einmal annähernd dargestellt werden). Das laute Bohren und Hämmern der auch um 18:30 Uhr noch hart schuftenden Arbeiter direkt neben uns gab dem ganzen noch das gewisse Etwas, echtes Baustellen-Feeling eben. Den Versuch, dieses „Mitten drin statt nur dabei“-Feeling auf Video zu bannen, seht ihr hier:

Zurzeit werden hier so genannte Anker (über 10 Meter lange miteinander verbundene Metallstränge) in den Betonwänden verlegt, um diese zu stabilisieren und um zu verhindern, dass sich die Wände zum Beispiel später nach innen wölben. Da der Baulärm die Erläuterungen unseres Führers teilweise verschluckte, begaben wir uns nach und nach wieder nach oben. So manch einer steckte dabei als Souvenir ein Steinchen vom Tunnelboden ein…

10

Als unser Fragehunger gestillt war, machte unser Führer noch ein verlockendes Angebot: Er würde – obwohl die Führungsdauer von 1,5 h schon lange überschritten war – noch nicht direkt zum K. zurück gehen, sondern einen kleinen Abstecher über die Baustelle Marktplatz machen. Wer Interesse hätte, könne gerne mitkommen. Klar hatten wir Interesse, wer sagt schon nein zu einer gratis Zugabe? Doch bevor wir uns Richtung Marktplatz bewegten, hatte ich noch schnell etwas zu erledigen…

Und hier ist es: mein nächstes Baustellen-Selfie für die Kollektion ;-)

Und hier ist es: mein nächstes Baustellen-Selfie für die Kollektion 😉

Falls ihr euch übrigens fragt, wo zurzeit eigentlich der Brunnen vom Marktplatz ist: Der obere Teil ist beim Gartenbauamt eingelagert und der untere bei der Europäischen Brunnengesellschaft (was es nicht alles gibt…).

12

Und dann war sie auch leider (schon) vorbei, die Baustellenführung „Kombilösung“. Zum Abschied bekam natürlich jeder noch einen leckeren Kombi-Karle-Keks.

Für alle, die jetzt Lust bekommen haben: Die Führungen zur Kombilösung sind leider schon alle ausverkauft. Es gibt aber noch viele weitere spannende Führungen. Eine Übersicht und weitere Infos dazu gibt’s auf unserer Homepage. Außerdem findet ihr weitere tolle Bilder zu Karlsruhe, der Stadt im Wandel, auf dem Baustellen-Blog von Pascal. Schaut doch mal rein!

(^fp)