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9 Erkenntnisse zum Klärwerk

16 Mai

„Ich war noch niemals in – einem Klärwerk“. Zugegeben, New York klingt etwas verheißungsvoller, doch nach der Baustellenführung im Karlsruher Klärwerk vor zwei Wochen, kann ich nun nicht nur singen „Ich war schon mal in einem Klärwerk“, sondern auch – für manche vielleicht überraschend, für mich selbst definitiv – hinzufügen: „Subber wars!“.

Etwas skeptisch war ich zugegebenermaßen schon, als ich mich auf den Weg in das Klärwerk Karlsruhe gemacht habe. „Da stinkst bestimmt“, war im Übrigen nicht nur meine erste Assoziation. In der Pressemitteilung im Vorfeld der Führung hatte ich geschrieben „Zähne putzen, Duschen, Toilettenspülung betätigen, Wäsche waschen, Kochen und Trinken – rund 130 Liter Wasser verbraucht jeder von uns durchschnittlich am Tag. Doch was passiert mit dem Wasser, nachdem es im Abfluss verschwunden ist?“ – und genau das wollte ich nun herausfinden: Was passiert mit dem Wasser?
Der Weg ins Klärwerk führte uns vor die Tore Karlsruhes und zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, im „middle of nowhere“ gelandet zu sein, denn außer Wald nichts gewesen. Auch einen ersten Eindruck, wie groß das Areal ist (Erkenntnis 1: riiieeesseennn groß!) konnte ich mir machen. Hier eine Luftaufnahme:

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Überraschende Erkenntnis Nummer 2 bei der Ankunft: Es stinkt – zumindest momentan noch – nicht!
Nach und nach trudelten die weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein – eine Mischung aus Fachexperten (denen die chemischen Prozesse, die in der Führung erklärt wurden, mehr als vertraut waren), Laien (wie ich) und Wiederholungstäter, die ein Klärwerk schon mal von innen gesehen hatten.

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Mit schickem Kopfschmuck und in modisches gelb gehüllt ging´s dann los.

Die beiden Führer waren richtig toll, das bescheinigte uns auch ein Teilnehmer im Nachgang der Führung: „Ich möchte an dieser Stelle auch die unheimlich stark ausgeprägte Kompetenz der beiden Männer loben, die diese Führung heute durchgeführt haben. Die Begeisterung für ihren Job ist zu spüren und steckt an.“

Bilder HTC 3889

erster Stopp war ein Gruppenraum, hier erwarteten uns ganz viel Infos zum Klärwerk

Und so war es tatsächlich. Mir qualmte nach dem rund 1-stündigen Input und Wörtern wie Ammoniumstickstoff, Nitrifaktion und Schlammflocke zwar der Kopf, doch der Führer verstand es dank seiner rhetorischen Fähigkeiten bestens, alle zu begeistern: vom Laien bis zum Superprofi.

Auch wie das Wasser gereinigt wird, nämlich in einem dreistufigen Prozess (Erkenntnis 3), „mechanische Reinigungsstufe, erste biologische Reinigungsstufe und zweite biologische Reinigungsstufe“ wurde uns erläutert.

 

Bilder HTC 3913neu

Theorie bestanden, nun der praktische Teil: alle dem Führer hinterher.

An insgesamt fünf Baustellen (Erkenntnis 4: Im Klärwerk wird an unterschiedlichsten Ecken gebaut) machten wir Station und wurden über die umfangreichen Baumaßnahmen, die noch bis 2020 dauern (Erkenntnis 5: Die Bauarbeiten im Klärwerk dauern also noch ein Weilchen) informiert.
Wer bei der Theorie gut aufgepasst hatte, konnte nun seine Kenntnisse anwenden: Bei dem Becken handelt es sich um ein Zwischenklärbecken.

 

Wen wir hier beobachten – Mann in schwarz. Was der da macht: Tauchen. Und das nicht just for fun (Klärwerks-Tauchen ist also noch kein neues Trend-Hobby – gut so, finde ich ;-)) sondern berufsmäßig. Er kümmert sich um Wartungs- und Reparaturarbeiten.

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Dieses schmucke Gerät sorgt nun in einem zweiten Schritt, dem sogenannten Sandfang dafür, dass sich die Fließgeschwindigkeit des Abwassers so verringert, dass sich alle mineralischen Bestandteile wie Sand und Kies absetzen.

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Und weiter ging´s –untermauert mit Skizzen wurde erläutert, wo das Geld (Erkenntnis 6: Insgesamt 100 Million Euro sind für die Umbaumaßnahmen angesetzt) investiert wird.

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Zu guter Letzt dann noch die Wendeltreppe hinauf. Hoch oben hatte man nicht nur einen guten Überblick über einen kleinen Teil des Areals, sondern konnte sich aus nächster Nähe einen Eindruck von der so genannten Tropfkörperberieselung machen.

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Dies ist Schritt zwei der biologischen Reinigungsstufe und verstärkt mittels Bakterien (Erkenntnis 7: Bakterien machen das Wasser klar!), sogenannten Nitrifankten, den Reinigungseffekt.  Auch diese Anlage soll im Zuge der Umbaumaßnahmen erneuert werden.

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Nach rund 3 Stunden – angesetzt waren 1,5 Stunden, auch dies spricht für die Begeisterung unserer beiden Führer für ihren Job – waren wir wieder an unserem Treffpunkt. Erkenntnis 8: Subber wars! Besonders toll fand ich, dass wir neben den 5 Baustellen im Klärwerk auch einen allgemeinen Einblick in die Arbeit des Klärwerks bekommen haben.
Und dass dies die Meinung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer war, zeigte nicht nur der Applaus am Ende der Führung, sondern auch die Mail von Alex, die uns nach der Führung ereilte:

„Die Idee des Stadtmarketings, Baustellenführungen anzubieten ist einfach super. Natürlich ist man von den Baustellen in Karlsruhe genervt: Man kommt nicht weiter, muss Umwege gehen und da gibts ja noch den Lärm. Baustellen sind aber nicht nur schlecht, Baustellen bedeuten auch: Technologie, Bewegung, Fortschritt und Faszination. Man sieht Baustellen wieder in einem anderen Licht und ist wieder auf die faszinierende Wirkung sensibilisiert.“

Erkenntnis 9: Leider das Baustellen-Selfie, dass meine Kollegin ^FP eingeführt hat – siehe hier und hier – vergessen, damn.

 

^clh