Tag Archives: Kombilösung

Unter Tage

9 Mai

„Franziska, möchtest du mit zur Baustellenführung am Durlacher Tor?“ – ja klar wollte ich! Denn wann hat man mal die Chance, einen U-Bahn Tunnel noch lange vor der ersten U-Bahn zu betreten! Ich fuhr also gestern spontan nach der Arbeit zum Infozentrum K. Unser Baustellenführer Peter Müller („Ich heiße extra so, damit sich auch jeder meinen Namen gut merken kann.“) von der Bauaufsicht war bereits da und gab uns eine kurze Einführung in das Riesenprojekt Kombilösung, gespickt mit ein paar interessanten Fakten und Vergleichen:

Und dann stiefelten wir auch schon los. Am Baufeld Durlacher Tor angekommen hieß es erst mal Bauhelm aufsetzen, Warnweste an und nichts anfassen, was elektrisch sein könnte – safety first eben. Ansonsten durften wir uns erstaunlich frei bewegen, obwohl die Bauarbeiten noch in vollem Gange waren. Und Fotos machen, durften wir natürlich auch 🙂

Ein erster Blick in die Tiefe...oha!

Ein erster Blick in die Tiefe…oha!

Da ist sie nun: die Tunnelöffnung. Hier wird in wenigen Monaten der Tunnelbohrer seine Arbeit aufnehmen.

Da ist sie nun: die Tunnelöffnung. Hier wird in wenigen Monaten der Tunnelbohrer seine Arbeit aufnehmen.

Apropos Tunnelbohrer:

Und wir sollten/wollten da jetzt natürlich auch runter...über diese Treppe...

Und wir sollten/wollten da jetzt natürlich auch runter…über diese Treppe…

Voller Vertrauen in das Können der Ingenieure/Arbeiter, die diese doch recht wackelige Treppe gebaut haben, stiegen wir hinab.

Voller Vertrauen in das Können der Ingenieure/Arbeiter, die diese doch recht wackelige Treppe gebaut haben, stiegen wir hinab.

Um gleich darauf festzustellen, dass orangene Stoffschuhe vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl waren...

Um gleich darauf festzustellen, dass orangene Stoffschuhe vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl waren…

Hier waren wir nun, ca. 30 Meter unter Straßenniveau mit freiem Blick in die zukünftige Haltestelle Durlacher Tor.

Hier waren wir nun, ca. 30 Meter unter Straßenniveau mit freiem Blick in die zukünftige Haltestelle Durlacher Tor.

Die Ausmaße der Halle und des Tunneleingangs sind einfach nur beeindruckend (und können leider auf Bildern nicht einmal annähernd dargestellt werden). Das laute Bohren und Hämmern der auch um 18:30 Uhr noch hart schuftenden Arbeiter direkt neben uns gab dem ganzen noch das gewisse Etwas, echtes Baustellen-Feeling eben. Den Versuch, dieses „Mitten drin statt nur dabei“-Feeling auf Video zu bannen, seht ihr hier:

Zurzeit werden hier so genannte Anker (über 10 Meter lange miteinander verbundene Metallstränge) in den Betonwänden verlegt, um diese zu stabilisieren und um zu verhindern, dass sich die Wände zum Beispiel später nach innen wölben. Da der Baulärm die Erläuterungen unseres Führers teilweise verschluckte, begaben wir uns nach und nach wieder nach oben. So manch einer steckte dabei als Souvenir ein Steinchen vom Tunnelboden ein…

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Als unser Fragehunger gestillt war, machte unser Führer noch ein verlockendes Angebot: Er würde – obwohl die Führungsdauer von 1,5 h schon lange überschritten war – noch nicht direkt zum K. zurück gehen, sondern einen kleinen Abstecher über die Baustelle Marktplatz machen. Wer Interesse hätte, könne gerne mitkommen. Klar hatten wir Interesse, wer sagt schon nein zu einer gratis Zugabe? Doch bevor wir uns Richtung Marktplatz bewegten, hatte ich noch schnell etwas zu erledigen…

Und hier ist es: mein nächstes Baustellen-Selfie für die Kollektion ;-)

Und hier ist es: mein nächstes Baustellen-Selfie für die Kollektion 😉

Falls ihr euch übrigens fragt, wo zurzeit eigentlich der Brunnen vom Marktplatz ist: Der obere Teil ist beim Gartenbauamt eingelagert und der untere bei der Europäischen Brunnengesellschaft (was es nicht alles gibt…).

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Und dann war sie auch leider (schon) vorbei, die Baustellenführung „Kombilösung“. Zum Abschied bekam natürlich jeder noch einen leckeren Kombi-Karle-Keks.

Für alle, die jetzt Lust bekommen haben: Die Führungen zur Kombilösung sind leider schon alle ausverkauft. Es gibt aber noch viele weitere spannende Führungen. Eine Übersicht und weitere Infos dazu gibt’s auf unserer Homepage. Außerdem findet ihr weitere tolle Bilder zu Karlsruhe, der Stadt im Wandel, auf dem Baustellen-Blog von Pascal. Schaut doch mal rein!

(^fp)

Karlsruhe goes Baustellenführung

11 Apr

Karlsruhe hat ja bekanntlich doch die ein oder andere Baustelle. Die Kombilösungsbaustellen in der Innenstadt kennt dabei jeder (falls nicht, war die Person wohl schon länger nicht mehr hier), aber auch an anderen Ecken Karlsruhes wird kräftig gebaut, so zum Beispiel im Stadtpark Südost, auf dem Turmberg, im ehemaligen Tullabad (bald „Exotenhaus“) oder im Klärwerk. Was genau auf all diesen Baustellen eigentlich geschieht, das können die Karlsruher neuerdings hautnah erleben – bei den Baustellenführungen des Kooperationsmarketings.

Gestern fand die erste Führung statt und ich und meine Smartphone-Kamera waren natürlich mit dabei: Die Baustellenführung „Kombilösung“ in Bildern.

Bevor's richtig los geht: Kurze Einführung und Sicherheitseinweisung im K.

Bevor’s richtig los geht: Kurze Einführung und Sicherheitseinweisung im K.

Jetzt bekommt erst mal jeder einen schicken Helm. (Woran man echte Baustellenprofis erkennt? Sie bringen ihren eigenen Helm mit)

Jetzt bekommt erst mal jeder einen schicken Helm. (Woran man echte Baustellenprofis erkennt? Sie bringen ihren eigenen Helm mit)

Los geht's. Unauffällig bewegen wir uns Richtung Marktplatz.

Los geht’s. Unauffällig bewegen wir uns Richtung Marktplatz.

So ganz in gelb blau ziehen wir schon einige (neidische?) Blicke auf uns

So ganz in gelb blau ziehen wir schon einige (neidische?) Blicke auf uns

Unser erstes Ziel: die Kombilösungsbaustelle auf dem Marktplatz

Unser erstes Ziel: die Kombilösungsbaustelle auf dem Marktplatz

Die ersten Schritte auf dem sonst für Besucher und Neugierige streng verbotenen Areal

Die ersten Schritte auf dem sonst für Besucher und Neugierige streng verbotenen Areal

Unser "Baustellenführer": kompetent, sympathisch und demnächst wohl bald ein Fernsehstar ;-)

Unser „Baustellenführer“: kompetent, sympathisch und demnächst wohl bald ein Fernsehstar 😉

Sieht unspektakulär aus, wird aber mal die Wand der zukünftigen Haltestelle (merke: niemals die Bedeutung von Schlitzwänden unterschätzen!)

Sieht unspektakulär aus, wird aber mal die Wand der zukünftigen Haltestelle (merke: niemals die Bedeutung von Schlitzwänden unterschätzen!)

(Das Bild habe ich eigentlich nur mit aufgenommen, weil es mich an die Werbeplakate für Hollywood Blockbuster erinnert hat... und wir darauf so cool aussehen ;-))

(Das Bild habe ich eigentlich nur mit aufgenommen, weil es mich an die Werbeplakate für Hollywood Blockbuster erinnert hat… und wir darauf so cool aussehen ;-))

Baustellen #selfie - der neueste Trend!

Baustellen #selfie – der neueste Trend!

Suchspiel: Finde die Pyramide!

Suchspiel: Finde die Pyramide!

Mittendrin statt nur dabei

Mittendrin statt nur dabei

Unsere nächste Station: Europaplatz. Hier wird gerade die zukünftige Haltestellendecke in Beton gegossen.

Unsere nächste Station: Europaplatz. Hier wird gerade die zukünftige Haltestellendecke in Beton gegossen.

Ein echter Knochenjob: Drahtgeflechte per Hand miteinander vebinden, damit der später hinzukommende Beton stabiler wird. Mein Respekt an die Bauarbeiter, die das bei 25°C und knallender Sonne den ganzen Tag machen!

Ein echter Knochenjob: Drahtgeflechte per Hand miteinander vebinden, damit der später hinzukommende Beton stabiler wird. Mein Respekt an die Bauarbeiter, die das bei 25°C und knallender Sonne den ganzen Tag machen!

Und zum Abschluss bekam jeder noch ein leckeres Souvenir: einen Kombi Karle Keks :-) #yammi

Und zum Abschluss bekam jeder noch ein leckeres Souvenir: einen Kombi Karle Keks 🙂 #yammi

 

Übrigens: Für die nächste Führung (Thema „Klärwerk“) am 29. April sind noch Tickets erhältlich!
(^fp)

Kombi-Karles Kumpel

25 Jan

Einleitende Anmerkung

Mein Beitrag kommt leider nicht ohne Begriffe aus, die für die geneigte Leserschaft u.U. zunächst unklar oder zu umfangreich sind, um sie hier widerzugeben. Daher gibt es in meinem Text entsprechende Links, die euch weitere Informationen liefern.

Adoption

KK_linksMit Beginn meiner Arbeit im Bereich Kooperationsmarketing habe ich auch das Privileg übernommen das Maskottchen Kombi-Karle zu betreuen. Es oder besser er, ist ein Maulwurf und seit 2010 das wandelnde Wahrzeichen der Karlsruher Kombilösung. Ihn gibt es als riesiges und ganz kleines Plüschtier.

Die Betreuung des Maskottchens hat mit einem normalen Projekt wenig gemein. Vielmehr kam die Übernahme einer Adoption gleich. Zum einen liegt es am Eigenleben, das Kombi (mein Spitzname für ihn) in der Zwischenzeit entwickelt hat. Er hat u.a. ein eigenes Facebook-Profil und berichtet monatlich im Service- und Veranstaltungskalender für die Innenstadt. Zum anderen liegt es an den Reaktionen, die Kombi-Karle bei den Menschen auslöst.

Mit Kombi-Karle unterwegs

Wir haben2010 das erste „Internationale Maskottchentreffen“ veranstaltet. Eine Veranstaltung, die es so kein zweites Mal gibt. Kombi-Karle spielt dabei natürlich eine entscheidende Rolle, schließlich lädt er seine Maskottchen-Freunde aus ganz Europa ein. Das Treffen findet alle zwei Jahre im Rahmen des Karlsruher Stadtfestes statt und wir sind sogar offizieller Weltrekordhalter mit der größten Maskottchenversammlung._X2C9904

Im Vorfeld des Maskottchentreffens 2012 haben wir eine kleine Kombi-Karle Tour organisiert, bei der wir uns bei verschiedenen Veranstaltungen in Karlsruhe präsentiert haben. Darunter war das DRK-Familienfest im Karlsruher Zoo, das Draisinenrennen, das SWR4 Fest und „Karlsruhe klingt – music to go“. Über das Maskottchentreffen selbst zu berichten, würde hier den Rahmen sprengen. Aber zu erleben, was 130 Maskottchen aus einer Innenstadt bzw. ihren Besuchern machen kann ich nur jedem Empfehlen. Die nächste Möglichkeit dazu gibt es 2014.

Begegnungen

0003Die Bandbreite an Reaktionen, die ein riesiges, lebendiges Plüschtier wie Kombi-Karle bei nahezu allen Menschen auslöst ist fantastisch. Natürlich sind Kleinkinder am faszinierendsten anzusehen, wenn Ihre Mimik innerhalb kürzester Zeit von überrascht zu ängstlich, über neugierig zu strahlender Freude wechselt und sie sich am Ende nur schwer von Kombi-Karle trennen können. Aber auch Jugendliche und Erwachsene erliegen regelmäßig seinem Charme. Die Folge sind nicht enden wollende Fotosessions und Kuschelattacken.

Dass Begegnungen mit Kombi-Karle wirklich berühren können, zeigt auch die Anekdote, die mir meine Freundin berichtet hat, als sie bei einer Veranstaltung die Betreuung für Kombi übernommen hat. Die beiden trafen dabei auf eine Familie mit einem autistischen Jungen. Nach ersten zögerlichen Annäherungsversuchen, war der Junge hin und weg von Kombi. Die Mutter des Jungen war darüber völlig entgeistert, denn eine solche emotionale Reaktion hatte sie bei Ihrem Sohn gegenüber Fremden noch nie erlebt.IMG_6568

Der Kombi-Karle ist mir im letzten Jahr ans Herz gewachsen und ich freue mich schon darauf mit Ihm 2013 wieder unterwegs zu sein. Denn auch wenn es kitschig klingt, eines schafft er immer: Menschen zum Lachen zu bekommen, egal in welcher Stimmung sie vorher waren.

^df

Vom Bürgersinn zur Stadtidentität

10 Dez

Bazon-BrockBereits nach den ersten Worten vom Referenten Prof. Bazon Brock ist klar: das wird kein Standardvortrag zum Stadtmarketing, keine verwertbare Aufzählung von Best Practise Beispielen und schon gar keine leichte Kost. Stattdessen: klare Thesen, kritische Fragen und viel Widerspruch. Stadtmarketing darf sich nicht mit der Veranstaltung von Stadtfesten und Werbeveranstaltungen begnügen. Das Ziel des Marketings ist keinesfalls, mehr Menschen in die Städte zu holen, billige Etiketten aufzukleben oder Superlative in den Vordergrund zu spielen. Das ist alles kalter Kaffee und die Vergangenheit aus der Gründungsphase des Marketings. So wie die Banken im Strudel der Finanzskandale jeden Kredit aufgebraucht haben, so werde es auch für die Marketingleute schwieriger, wenn sie sich nicht ändern.

HAmburg_bcsd bildAuf der Herbsttagung der BCSD in Hamburg war ich verantwortlich für Programm und Moderation. Mehr als 150 Zuhörer verfolgten den Vortrag und ich wusste, dass die Mehrzahl mit diesem Key Note Speaker nicht zufrieden sein wird. Zu abstrakt, zu kritisch, zu wenig praktisch anwendbar. Aber Bazon Brock, den man in Karlsruhe von der Reihe Bürger-Diplom gut kennt, ist bewusst gewählt. Er öffnete den Spannungsbogen für das Tagungsthema, das sich der künftigen Rolle des Stadtmarketings widmet. Und das liegt nach Bazon Brock keineswegs alleine in der Werbung oder der Kommunikation. Sein provokanter Vortrag mündet darin, das Stadtmarketing umzubenennen. „Agentur für die Zivilisierung von Städten“ wäre doch zielführend oder „Agentur für Bürgersinn“ – denn das Marketing ist tot!

Natürlich diskutieren wir im Vorstand des Stadtmarketingverbands schon lange darüber, dass die meisten Menschen Marketing mit Werbung verwechseln und Stadtmarketing insofern falsche Erwartungen und Assoziationen weckt. Aber die Zivilisierung von Städten erscheint uns dann doch zu anmaßend. Dabei verstehen wir uns durchaus als diejenigen, die die Stadtidentität im Fokus unserer Arbeit sehen. Und da bringt der Vortrag von Sebastian Zenker mehr Klarheit. Er forscht an der Universität Rotterdam seit Jahren über Städte und vertritt die Kernthese, dass Städte gar nicht anders können, als zu kommunizieren. Entweder durch Werbung, durch Gebäude, Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen oder durch die Menschen, die über die Stadt erzählen. Das erzählte Wort ist das glaubwürdige und steht damit auch in Zukunft im Mittelpunkt des Stadtmarketings.

NKAn einem Punkt gehen die beiden Vorträge gut zusammen: Städte werden durch die Menschen zu dem, was sie sind. Bürger und ihr Bürgerstolz entscheiden darüber, an welchem Ort man sich wohlfühlt, entscheiden auch darüber, wie eine Stadt wahrgenommen wird. Das gilt nicht nur für die Kommunikation, sondern auch für die Lösung der wichtigsten Probleme unserer Städte, konkret auch für Karlsruhe. Die benötigten Fachkräfte kommen, wenn sie sich wohlfühlen, wenn sie Menschen treffen, die Ihnen erzählen, wie gut es sich hier leben lässt.

ElbphilharmonieAcht Vorträge und vier Workshops später ist die Herbsttagung in Hamburg vorbei. Wir hatten nach der Publikumsbeschimpfung durch Bazon Brock am Anfang noch einiges erlebt. Haben wahrgenommen dass Hamburg trotz seiner teuren Baustelle der Elbphilharmonie mit 300.000.000 Euro Kostenüberschreitung und vier Jahren Verzug immer noch stolz auf das Gebäude ist. Ich denke, Stolz, das wäre doch ein Ansatz für die Kombilösung. Und wir haben es wieder geschafft, die gesammelten Manager der deutschen Stadtmarketingszene zum Nachdenken zu bewegen. Muss ich im Stadtmarketing vielleicht doch mehr über Qualität nachdenken, mehr über Inhalte und weniger über die Verpackung? Muss ich die Bürger stärker in den Mittelpunkt des Marketings rücken? Doch das wird Thema der nächsten Tagung in Münster sein, wenn wir uns dann mit dem Thema Stadtidentität beschäftigen. Selbstverständlich ist das auch die Aufgabe für uns in Karlsruhe.

Ein Bericht von Norbert Käthler, Geschäftsführer der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH und Vorstandsmitglied der BCSD.